|

Foto: Bloodwork (by Sandra Schmelz)
Am Samstag, den 26. November, standen im Wasserhaus Hammelburg alle Regler auf „Metal“. Schon seit drei Jahren lockt „A shot at Metal“ zahlreiche Metal-Jünger der Region in den Liveclub am anderen Ende Hammelburgs. Wie gewohnt bot die Musikinitiative Hammelburg den Besucher ein ausgewogenes Programm. Von Lockalmatadoren bis zu Wacken-Veteranen war auf der Bühne alles vertreten.
„Envored“, die jüngste Band des Abends, machten den Anfang. Die Musikiniband dürfte den fleißigen Wasserhausgängern noch von ihrem Bühnendebüt beim Heimspiel im Januar 2011 bekannt sein. Trotz des jungen Alters standen die begeisterten Musiker ihren musikalischen Vorbildern „Kataklysm“ und „Children of Bodom“ in nichts nach. Mit einer Stimmgewalt, die ihm einige Zuschauer nicht zugetraut hätten, riss Sänger Raphael Schüll wieder einmal alle von den Socken. Einzig und allein das gesundheitlich bedingte Fehlen des Bassisten trübte die Stimmung, aber nicht die Qualitäten der Death Metaller.
Von Kehlheim ins Frankenland
Aus dem Rahmen fiel die zweite Band des Abends. Die Kehlheimer Band „Phat“, die im Zuge des Roadrunner-Austauschprojektes die Reise ins Frankenland angetreten hatte, lieferte Powerrock mit klarem Gesang und markanten Riffs. Klares Kontrastprogramm zum „growlen“ und „shouten“, den dominierenden Gesangsarten dieses Konzerts. Nach kurzer Umgewöhnungszeit zollte das Publikum auch den Außenseitern dieses Abends den angemessenen Tribut.
Fernsehen zu brachialen Klängen
Allerhand kurioses steht auf dem Plan, wenn „Jaked Off Shorts And Loaded Heads“ zu Besuch sind. Ihren „Industrial-Weirdo-Core“ untermalten sie in der Vergangenheit live mit selbstgebastelten Robotern oder einem Frauenarztstuhl, auf dem Sampler und Synthesizer aufgebaut waren. Diese Utensilien mussten am Samstag wohl im Proberaum der fünf selbsternannten Diven bleiben. Stattdessen unterstrichen unzusammenhängende, teilweise verstörende Filmszenen, die über einen mitgebrachten Fernseher ausgestrahlt wurden, den brachialen Sound der Band, die den „Bands on Tour“-Austauschgig des Schweinfurter Rockverbandes bestritten. Auch vor der Bühne schlug der verrückte Sound der Jaked-offs ein wie eine Bombe. Das Publikum zelebrierte die Musik, die sich irgendwo zwischen groovenden Beats und verstörenden Metalparts bewegt, mit Tanz, Pogo und ausgelassener Stimmung. Kein Wunder, dass das Publikum nach diesem Auftritt erstmal eine kleine Pause brauchte.
Intimes Clubkonzert der Wacken-Veteranen
So kam es dazu, dass Bloodwork, die Hauptband dieses schwarzen Samstages, ihr erstes Lied kurioserweise vor einem fast leeren Publikumsraum begann. Doch kaum ertönte der Refrain, herschte schon wieder reges Gedränge vor der Bühne, denn keiner wollte sich das fast schon intime Clubkonzert der Melodic-Deathmetal-Veteranen, die schon vor tausenden von Metalheads auf dem größten Heavy-Metal-Festival der Welt, dem Wacken-Open-Air, gespielt haben, entgehen lassen. Die Profis aus dem hohen Norden erfreuten ihre Fans mit den besten Songs ihrer letzten beiden Alben und boten reichlich Gelegenheit zum Mitsingen. Die Mischung aus brutalem Deathmetal und hymnischen Refrains traf bei den unterfränkischen Metalfans voll ins Schwarze.
Text: Florian Brell
|