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Der diesjährige Musikini-Fasching kam einem Promi-Schaulaufen gleich 
Jesus gab dem "Fußvolk" seinen Segen. Photo: N.Oppelt
Eigentlich gibt es nur einen Vorwurf, der den Organisatoren der Karnevals-Veranstaltung vom vergangenen Freitag gemacht werden kann: Sie haben vergessen den roten Teppich auszurollen.Gästen wie Amy Winehouse, Kurt Cobain samt Gattin Courtney Love, Boy George, Deichkind oder auch ZZ Top wurde auf Grund dessen nur halb so viel Ehre zu teil wie sie eigentlich verdient gehabt hätten. Oder hatte das Ganze etwa Methode?
"Rock Idols" in Action - auch das Publikum nahm sich des Mottos vollends an. Photo: N. Oppelt Als um kurz nach halb zwei Uhr morgens die bekannte Hymne „Remmidemmi“ der Hamburger Exoten von Deichkind ertönte und die zu diesem Zeitpunkt noch recht ordentlich vertretene Gästeschar unter lautem Geschrei auf die Bühne trieb, war klar: dieser Abend war vollends gelungen. „Yippie, Yippie, Yeah!“ hallte es durch den Raum und spiegelte auf überzeugende Weise wieder, welch exzellente Faschingsstimmung auch ohne althergebrachte Büttenreden oder einenElferrat erzeugt werden können. Kurz vor der Geburtstagsfeier zum fünfjährigen Bestehen des Wasserhauses zeigten die Mitglieder als auch das Publikum, was in ihnen steckt. Die vielversprechende Ankündigung, die erster Vorstand Steffen Lömmer den Freunden der Musikinitiative Hammelburg e.V. mit auf den Weg gegeben hatte, traf vollends ein: Der hochgegriffene Schlachtruf „We will rock you!“, der mit dem aktuellen Motto „Rock Idols“ einherging, wurde mit Bravour umgesetzt. Denn in der Tat hatten sich bereits einen Tag nach Altweiberfasching die Stars der Musikszene in der kleinen Weinstadt am Ufer der Saale die Klinke in die Hand gegeben. Und sie hatten Großes vor... Totgesagte erwachten wieder zum Leben Wie aus dem Nichts tauchten da zum Beispiel die Teenie-Idole von Tokio Hotel auf und schafften es binnen weniger Minuten ihr Publikum in einen wahrhaften Rausch zu versetzen. Schreie wie „Bill, ich möchte ein Kind von dir!“ gehörten da noch zu den harmloseren Äußerungen unter den weiblichen Zuhörern. Derart angestachelt hatten die ihnen nachfolgenden Alt-Rocker von Guns N' Roses schon fast leichtes Spiel. Axl Rose und seinen Mannen war es in der unterfränkischen Provinz sogar vergönnt von „Konkurrent“ Brian Johnson angefeuert zu werden. Auf Slash und Co.folgte dann ein Wechsel über den großen Teich. Mit den Guano Apes betrat ein deutscher Exportschlager die kleine Stage und ließ mit Songs wie „Open your eyes“, „Lords of the boards“ und „Kumba yo“ die gesamte Bandgeschichte Revue passieren. Nein, an diesem Freitag machte es keinen Unterschied, ob man sich in einem Tausende fassenden Stadion oder aber eben vor einem gerade einmal 24 Quadratmeter kleinen Podium befand. Selbst Totgesagte erwachten ob dieser Aussichten wieder zum Leben. Wie selbstverständlich erschienen deshalb auch Legende Kurt Cobain und seine Band Nirvana. Sie boten mit ihren Klassikern „Comeas you are“ und „Smells like Teenspirit“ jede Menge Gelegenheit, die eigenen Sangeskünste unter Beweis zu stellen und stimmten damit auf den unumstrittenen Höhepunkt des Abends ein. AC/DC, vielen Gästen dank der vergangenen Weihnachtsveranstaltung noch in sehr guter Erinnerung, ließenes sich nämlich anlässlich des „Rock Idols“-Faschings nicht nehmen, Hammelburg erneut zu beehren und das Wasserhaus zusammen mit ihren Musikerkollegen erstrahlen zu lassen. Sie setzen mit ihrer sportlichen Performance dem Promi-Schaulaufen die Krone auf. So schwang sich Gitarrist Angus Young während seines Solos zu „TNT“ leichtfüßig auf die Schultern von Sänger Brian Johnson und sorgte somit bei weitem nicht für den einzigen Lacher, der während des Events durch die Räumlichkeiten schallte. „Sie sind abgegangen wie die Blöden!“ 
Boy George wechselte an diesem Abend das Lager - turtelnd mit Sängerin Sandra Nasic von den Guano Apes. Photo: N. Oppelt „Very funny evening – very nice boys!“, urteilte etwa Superstar Boy George, was sich wohl viele der Anwesenden bereits während der Bühnenshows gedacht hatten. Der Paradiesvogel unter den britischen Künstlern nahm es den Verantwortlichen sicher nicht krumm, dass der rote Teppich vor dem Eingang fehlte. Was sicherlich auch Amy Winehouse nicht weiter störte: „“Rock'n'Roll!“, entfuhr es der an diesem Abend mehrfach gesichteten Souldiva, deren multiples Erscheinungsbild für einiges Aufsehen sorgte. Doch nicht nur die Prominenz zeigte sich begeistert. Auch das„Fußvolk“, das mitunter so weite Strecken wie aus München, Freiburg oder Kaiserslautern auf sich genommen hatte, sparte nicht mit Lob. Taras Brygaden zum Beispiel, der zum ersten Mal den Weg aus der rheinland-pfälzischen Industriestadt hierher gefunden hatte, war sich am Ende sicher, diesen nicht umsonst angetreten zu haben. „Sie sind abgegangen wie die Blöden!“, urteilte unterdessen ein weiterer Fan der Akteure aus einer völlig anderen Ecke des Saales. Das durch ein „sehr nah an den Originalen“ von der gegenüberliegenden Seite untermauert wurde.„Das war besser als Mixed Pickles“, so die einhellige Meinung zum diesjährigen Musikini- Fasching, die zu guter Letzt auch noch einen Segen von ganz oben bekam. Jesus persönlich, der sich übrigens sehr überrascht zeigte, dass er nach mehr als 2000 Jahren noch erkannt wurde, ließ die Verantwortlichen wissen, dass sie sich des göttlichen Beistands für diesen Abend gewiss sein konnten. Mit stilechter Kostümierung überzeugt Hatte das Ganze nun wirklich Methode? Durchaus. Denn Black Petty, die Ghostbastärtz, Mustache Madness, RMS, Megusta, Inwastement oder Other Generation’s Anthem hatten sich mit Unterstützung vieler weiterer Special Guests mächtig ins Zeug gelegt, ihren Idolen aus Vergangenheit und Gegenwart so nahe wie möglich zu kommen. „Geht nochmal in euch, denkt über eure Verkleidung nach und liefert morgen gefälligst eine geile Show ab“, hatte Bandbeauftragter Burkhard Fenn seinen Schützlingen mit auf den Weg gegeben. Geglückt ist es ihnen auf Anhieb. Die Proben bis kurz vor Einlass hatten sich ausgezahlt und auch die stilechte Kostümierung kam mehr als nur gut an. Kaum zu unterscheiden waren sie von den angekündigten „Rock Idols“ und zusammen mit ihren „Fans“ und leichtbekleideten Groupies feierten sie bis in die frühen Morgenstunden. Von einer „echten“ Rockshow waren sie alle jedenfalls nicht weit entfernt. Und so bleibt am Ende nur eine Frage: Wiederholung mit rotem Teppich nicht ausgeschlossen? Text: N.Oppelt / S. Schmelz
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